zum LESEN wärmstens empfohlen - Ernst Wilhelm Udo KüppersErnst Wilhelm Udo Küppers

zum LESEN wärmstens empfohlen

In dieser Rubrik empfehle ich in unregelmäßigen Abständen – aus meiner Sicht – lesenswerte Texte.

Das Spektrum der Themen reicht von Gedichten über spezifische Fachbeiträge, Romane, Autobiographien bis zu Leserbriefen zu aktuellen politischen bzw. gesellschaftlichen Ereignissen.

 

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Weitere Lese-Empfehlungen folgen.

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5. April 2013

Die Kreativität der Langsamkeit

Fritz Reheis, 1998, 2. Aufl., 281 S., Primus, Darmstadt

In dieselbe Richtung wie das Buch von Sten Nadolny zielt Reheis, der “Neuer Wohlstand durch Entschleunigung” proklamiert. Zu dem heute noch vorhandenen, von uns erzwungenen Spannungsfeld zwischen Materialismus und Ökologie schreibt Reheis treffend: “Wer einen Weg sucht, der muß sich als erstes über seinen Standort klar werden. Von der richtigen Wahl dieses Ausgangspunktes hängt alles weitere entscheidend ab. Das gilt für das praktische Handeln wie für das Denken.”

Unsere Entscheidung tragenden Politiker in Kommunen, Städten, Regionen, Ländern und im Bund haben ihre Wahl des Ausgangspunktes allzu oft ihren eigenen Zielen unterworfen, statt den der Gesellschaft und ihrer Bürger. Beweise dazu bedarf es an dieser Stelle nicht; weil sie  in unserem gegenwärtigen Umfeld allzu offensichtlich erkennbar sind, egal in welchem gesellschaftlichen Bereich wir schauen. Muster von Fehlleistungen auf intellektueller Ebene und in praktischer Durchführung sind in der Politik – als Entscheidungsträger der Gesellschaft – zu deutlich erkennbar (vgl. Denken in Wirkungsnetzen, präsentiert auf dieser Webseite unter: BÜCHER).

Es ist ein Verdienst von Reheis, tief in die Ökologie der Zeit einzusteigen und darauf aufmerksam zu machen, dass eine Politik über Mensch und Natur – statt einer Politik mit Mensch und Natur – gegen Nachhaltigkeit und werthaltigen Fortschritt ist.

Auch dieses Buch ist wärmstens zu empfehlen, nicht nur für ein kluges Haushalten in der Politik, sondern für alle, weil wir alle davon betroffen sind.

 

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5. April 2013

Die Entdeckung der Langsamkeit

Sten Nadolny, 1987, 359 S., Serie Piper

Ein beeindruckendes und nachwirkendes Buch über die Schifffahrt des John Franklin, der mit  zehn Jahren “… noch immer so langsam (war), daß er keinen Ball fangen konnte”, und auf einer Schiffsreise die Langsamkeit zu einem menschlichen, freundlichen Prinzip erhob.

“Ich nehme mir Zeit, bevor ich einen Fehler mache.”

Zu Schnelle und Langsame heißt es auf Seite 208 f.: “Man lasse die Schnellen schnell und die Langsamen langsam sein, jeden nach seinem aparten Zeitmaß. Die Schnellen können in Überblicksberufe gebracht werden, die der Beschleunigung des Zeitalters ausgesetzt sind: sie werden das gut vertragen und als Kutscher  oder Parlamentsabgeordneter beste Dienste tun. Langsame Menschen hingegen lasse man Einzelberufe wie Handwerker, Arztgewerbe oder Malerei lernen. […].

Die langsame Arbeit ist die wichtigere.”

Und auf Seite 296 heißt es: “Stundenlang stand John an Deck […] und dachte über das laufende und stehende Gut des Regierens nach, vom Finanzwesen bis zur Bewegungsgeschwindigkeit der Klassen. Nur wer gut vorbereitet ist, erkennt die Alarmzeichen. Politik konnte kaum sehr viel anders sein als Navigation”, bei der man die Ausgangsposition so genau feststellen muss wie das Ziel.

Wobei doch die Art zu Navigieren viel mit veränderlichen Einflüssen auf den Kurs – ob auf dem Meer oder in der Politik –  zu tun hat. Auf Schiffen ist ein Autopilot sehr hilfreich, obwohl auch er nur eine ergänzende Erleichterung zum Navigieren ist.

Im Gegensatz dazu ist in der Politik ein Autopilot völlig unbekannt; obwohl viele Politiker für ihre komplexen Tätigkeiten, die sie nicht selten überfordern, sicher gerne einen besitzen würden.

Ein sehr empfehlenswertes Buch – trotz seines Alters –  von hoher brennender Aktualität!

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5. April 2013 

LE MONDE diplomatique – LMD –

Monatszeitschrift, Deutsche Ausgabe, www.monde-diplomatique.de

Aus meiner Sicht eine der informativsten, fundiert informierenden Zeitschriften.

Die präsentierten Meinungen und Ergebnisse von Recherchearbeiten zu Weltthemen und lokalen Ereignissen, von speziellem und allgemeinen Interesse, zeugen von hoher Glaubwürdigkeit. Es werden  Themen von politischen, wirtschaftlich, sozialen, umweltorientierten und anderen, einschneidenden Ereignissen auf unserem Globus erfasst.

Ein Highlight der letzten Jahre war für mich die durch und durch fundierte, leicht verständliche Berichterstattung der Autoren Robert Wade und Silla Sigurggeirsdóttir über die komplexe Verstrickung von Islands Regierenden und Banker in Finanzgeschäfte:

Die Reykjavík-Gang – Wie Islands Staatskasse verzockt wurde, LMD Mai 2011, S. 1, 20 + 21.

 

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